Ein bedeutendes Projekt des Fördervereins ist die Schreibwerkstatt Lit.Schreib.

Die Schreibwerkstatt Lit.Schreib bietet für Schreibbegeisterte die Möglichkeit, in einer Gruppe Gleichgesinnter zu schreiben und sich über das Handwerkszeug des Schreibens und der Schriftstellerei auszutauschen.
Auf dieser Seite können Sie immer wieder Neues von der Lit.Schreib entdecken.
Früher hier eingestellte Texte können Sie in unserem Archiv finden: Link.
„Frühjahrserwachen“ von Armin Krieger
Endlich konnten sie wieder draußen sitzen – jetzt sogar unter dem Glasdach ihrer neuen Terrassenüberdachung. Hier saß das Ehepaar nun und trank ihren Kaffee in der Sonne, die vom nahezu blauen Himmel schien. Nur wenige Wölkchen ließen sich daran blicken und lockerten das eintönige Blau auf.
Sie: „Was macht eigentlich deine Einsendung?“
Er: „Schon wieder wurde mein Roman abgelehnt.“
Sie: „Das tut mir leid für dich! Du hast dir eine solche Mühe mit dem Schreiben gegeben. Aber sieh es auch positiv! Zumindest haben sie dir geantwortet.“
Er, nickend: „Genau – doch die sind wirklich eine Ausnahme. Wenn ich mich bei anderen Verlagen bewerbe, bekomme ich oft noch nicht mal eine Bestätigung, ob die Mail eingegangen ist.“
Sie: „Stimmt. Wie einfach wäre es, eine automatische Antwort zu senden. Beispielsweise: ‚Vielen Dank für Ihre Mail! Wenn wir uns nicht innerhalb von sechs Monaten bei Ihnen melden, haben wir kein Interesse an Ihrem Manuskript.‘ Aber vielleicht liegt es auch daran, dass du nicht das Richtige schreibst. Bücher werden heute wieder viel gelesen. Unsere Tochter verschlingt mit ihren dreizehn Jahren doch Bücher en masse.“
Er: „Aber immer nur denselben Stil; so wie bei mir es früher Karl May war. Ich kann und will aber keine Young Adult-, New Romance- oder ETL-Romane schreiben. Als moderner Mann finde ich das Weltbild, das dort vermittelt wird, einfach nur schrecklich.“
Sie: „Warum?“
Er: „Die Beschreibung und Verharmlosung toxischer Beziehungen haben doch Auswirkungen auf das Gehirn. Gerade in der Jugend ist das Gehirn doch sehr formbar, weil es sich umbaut.“
Sie: „Du sprichst die Plastizität des Gehirns an?“
Er: „Auch. Du kennst ja meine Ansicht: Nachrichten formen unsere Weltsicht. Das ständige Einerlei der ‚bad news‘ lässt uns glauben, die Welt sei schlecht. Gemäß der guten, alten journalistischen Weisheit: „Bad news are good news!“ Dabei leben wir in einer der friedlichsten Zeiten. In der Antike oder im Mittelalter war der Umgang miteinander wesentlich grausamer. Um wieviel schlimmer muss dann ein Gehirn im Umbau davon beeinflusst werden?“
Sie: „Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird! Jugendliche schauen doch nicht so viele Nachrichten. Die haben doch ganz andere Probleme.“
Er, die Augen zusammenkneifend und zweifelnd den Kopf wiegend: „Unterschätz sie nicht! Ich glaube, die kriegen das alles schon mit. Außerdem schauen sie Krimis, die auch eine gewisse Weltsicht vermitteln.“
Sie nickt zustimmend: „Es läuft ja fast gar nichts anderes mehr! Man bekommt den Eindruck, die Welt bestünde nur aus Mord und Totschlag.“
Er: „Irgendwie ist das zwar verständlich. Die Sender müssen sich gegen ihre Konkurrenten durchsetzen. So ist das in der Medienwelt nun einmal. Egal, ob es sich um Fernsehen, Kinofilme oder Literatur handelt. Leider bleiben dabei oft Kreativität und Qualität auf der Strecke!“
Sie: „Irgendwann wird sich das auch wieder ändern!“
Er: „Hoffentlich erleben wir das noch! Ich würde nämlich gerne noch zu Lebzeiten meine Fantasy-Bücher veröffentlichen.“
Die Lit.Schreib wünscht Ihnen einen wundervollen Frühling!
Termine
Unsere neuen Termine sind: Jeweils samstags, 10 – 13 Uhr im Raum M1 der Stadtbibliothek Bergheim:
- 7. März
- 21. März
- 18. April (Gleis 11)
- 13. Juni
- 22. August
- 17. Oktober (Gleis 11)
- 19. Dezember (Weihnachtslesung)
Anmeldungen an die Stadtbibliothek Bergheim oder an post@die-schreibwerkstatt-tomte.de
